STECKBRIEF | GROSSER ALGENFARN  
Großer Algenfarn | Azolla filiculoides

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Botanisches Stichwort

Abteilung
Pteridophyta - Farnpflanzen

Klasse
Pteridospida

Ordnung
Salviniales - Schwimmfarne

Familie
Azollaceae - Algenfarngewächse

Gattung
Azolla - Algenfarn

Synonyme | keine bekannt

Trivialnamen | Algenfarn

Herkunftsgebiet & Ausbreitung | Der Große Algenfarn stammt ursprünglich aus dem warmgemäßigten bis subtropischen Amerika. Mittlerweile ist die Art fast weltweit verbreitet mit Vorkommen in Mittel-, West- und Südeuropa, Asien, Australien und Südafrika.

Merkmale & Aussehen | Der Große Algenfarn ist eine bis zu 2,5 cm große Schwimmpflanze mit fiedrig verzweigten und im Umriss länglichen Blättern. Meist sind die Farne hell- bis graugrün. Im Winter wird durch direkte Sonneneinstrahlung und niedere Temperaturen die Bildung von den Pflanzenfarbstoffen Anthocyane angeregt. Dadurch werden sie oft rötlich gefärbt. Allerdings kann diese rote Färbung auch durch hohen Phosphorgehalt im Wasser oder hohe Temperaturen ausgelöst werden und daher auch im Sommer hin und wieder vorkommen.

Biologie & Lebensweise | Der Große Algenfarn besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer. Oftmals sind die Pflanzen durch vorhandene Gewässerströmungen in einigen Gewässerbereichen gehäuft anzutreffen und bilden z. T. dichte Bestände aus. Der Große Wasserfarn ist eine einjährige bis ausdauernde Wasserpflanze. Charakteristisch für die Algenfarne ist eine symbiontische Beziehung zu dem Cyanobakterium Anabaena azollae. Anabaena kann Luftstickstoff fixieren und in einer Form, als Nitrat oder Ammonium abgeben, die auch der Farn aufnehmen und verarbeiten kann. Zwischen 5 und 10°C vermehrt sich der Algenfarn rein vegetativ. Das bedeutet dass durch Abbrechen eines Pflanzenteils ein neuer Farn entsteht. Steigen die Temperaturen auf über 10°C beginnt der Farn sich ausschließlich durch sexuelle Vermehrung fort zu pflanzen. Er bildet Sporen. Diese sorgen auch für die weitere Ausbreitung des Farns, da sie an den Federn von Wasservögeln klebend oder durch Wasserströmung an andere Orte getragen werden können.

Status & aktuelle Verbreitung | Im Jahr 1880 wurde die Art nach Mitteleuropa eingeführt und ist heutzutage an vielen Stellen in Europa eingebürgert. Auch aus Deutschland sind Fundpunkte beschrieben worden. Die Art ist fast bundesweit anzutreffen, wobei die meisten Vorkommen im Südwesten und Westen des Landes zu finden sind. Anfangs war es ihr nur möglich im Gewässersystem der Ill im Elsass zu überwintern. Jedes Jahr verbreitete sie sich aufs Neue rheinabwärts, konnte dort aber nicht überwintern. Seit 1980 wurde allerdings beobachtet, dass sie sich auch in vom Rhein unabhängige Gewässer ausbreitete. Dies liegt entweder an den milden vorangegangen Wintern oder an eine Anpassung an kältere Temperaturen. Es ist mit weiteren Ausbreitungen zu rechnen.

Invasiv oder nicht invasiv? | Zwar breitet sich der Große Algenfarn weiter aus, doch scheint er nicht überall zu überwintern. Es wird auch angenommen, dass es zu keinen großräumigen Verdrängungen einheimischer Arten kommen wird.

Weiterführende Literatur & Links
Steckbrief bei Floraweb
www.aquatischeneophyten.de

Kontakte | Andreas Hussner, info@aquatischeneophyten.de

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