STECKBRIEF | ROTFLECKEN-SCHWEBEGARNELE

 

Rotflecken-Schwebegarnele | Hemimysis anomala 

Steckbrief als PDF runterladen


Foto: Joachim Weiß


Foto: Matthias Fäller


Foto: Joachim Weiß

Zoologisches Stichwort

Stamm
Arthropoda

Klasse
Crustacea

Ordnung
Mysidacea

Familie
Mysidae

Gattung
Hemimysis

Synonyme | keine

Trivialnamen | Rotflecken-Schwebegarnele, Rote Schwebegarnele, Russ: Myzida anomal'naya; Ukr: Myzida anomal'na

Herkunftsgebiet & Ausbreitung  | Hemimysis anomala ist ursprünglich im ponto-kaspischen Raum zuhause und wurde dort 1907 das erste Mal erwähnt. Seit 1997 gibt es immer wieder Nachweise aus unseren Flüssen wie Neckar, Rhein, Donau oder Mittellandkanal. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich diese Schwebegarnelenart schon seit längere Zeit ausbreitet und bisher nur noch nicht gefunden oder als Hemimysis anomalaidentifiziert wurde.

Merkmale & Aussehen | Diese Art kann schnell und elegant schwimmen. Sie ist leicht zu identifizieren, da sie eine typische rote Färbung auf dem Telson, dem hinteren Teil des Krebskörpers hat. Das Ende des Telson ist gerade im Vergleich zu Limnomysis benedeni (eingebuchtet) und Katamysis warpachowskyi (zungenförmig). Sie erreicht meist nur eine Länge von bis zu 15 mm.

Biologie & Lebensweise | Die Schwebegarnelen halten sich nachts meist im Freiwasser in großen Schwärmen auf, tagsüber sind sie in Grundnähe zwischen Steinen zu finden. Bei ihrer Nahrung  sind sie nicht wählerisch, ernähren sich räuberisch von Zooplakton und Mückenlarven. Ihre Fortpflanzungszeit reicht von März bis Oktober und die Jungtiere sind mit ca. 6-8 Wochen ausgewachsen.

Status & aktuelle Verbreitung | Über die deutschlandweite Verbreitung ist zurzeit nur wenig bekannt.

Invasiv oder nicht invasiv? | Ob das Vorkommen der Schwebegarnelenart einen Einfluss auf die bestehenden Lebensgemeinschaften hat ist bislang unklar.

Weiterführende Literatur & Links

  1. Audzijonyte, A., Whittmann, K.J. & Vainola, R. (2008).  Tracing the recent invasions of the Ponto-Caspian Mysid shrimp Hemimysis anomala across Europe and to North America with mitochondrial DNA.  Diversity and Distribution 14, 179-186.
  2. Borcherding, J., Murawski, S. & Arndt, H. (2006).  Population ecology, vertical migration and feeding of the Ponto-Caspian invader Hemimysis anomala in a gravel-pit lake connected to the Rhine River. Freshwater Biology 51, 2376–2387
  3. Eggers, T.O., Martens, A. &  Grabow, K. (1999). Hemimysis anomala SARS im Stichkanal Salzgitter. Lauterbornia (37), 43-47.
  4. Pothoven, S.A., Grigorovich, I.A., Fahnenstiel, G.L. & Balcer, M.D. (2007).  Introduction of the Ponto-Caspian bloody-red Mysid Hemimysis anomala into the Lake Michigan Basin.  Journal of Great Lakes Research 33, 285-292.  
  5. Schleuter, A., Geissen, H.-P. & Wittmann, K.J. (1998). Hemimysis anomala G.O.Sars 1907 (Crustacea; Mysidacea), eine euryhaline pontokaspische Schwebegarnele in Rhein und Neckar. Lauterbornia (Dinkelscherben) 32, 67–71.

Kontakte | Ralph O. Schill, umwelt@vdst.de

zurück  nach oben